22 März 2007

Brandbrief eines Telekom-Mitarbeiters

Dieser Brief hat mich einwenig bewegt, da er das Zeigt, was in einem Menschen vorgeht, der loyal zu seinem Arbeitgeber steht und aber nach Jahren des Zugehörigkeitsgefühls bitter enttäuscht wird:

Quelle: Junge Welt


Sehr geehrter Herr Obermann, Herr Höttges und Herr Welslau,


sehr geehrte Herren in den Vorstands­etagen,


durch Ihre wiederholten Mitarbeiterbriefe verschiedenen (und letztlich doch gleichen) Inhalts haben Sie mich zum Schreiben dieses Briefes motiviert. Im Laufe dieses Briefes werde ich »sie« kleingeschrieben verwenden, weil ich nicht immer Sie (persönlich) meine, sondern viele Manager, Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, die für unser Unternehmen verantwortlich sind und waren.


Letzter Auslöser war ihre wiederholte Forderung, bei uns Mitarbeitern eine größere Bindung zum Unternehmen zu erzeugen. Dazu kann ich ihnen nur erwidern, daß ich und die meisten meiner Kollegen im kleinen Finger mehr Unternehmensbindung haben als ihre ganze Führungsriege zusammen. Ich werde ihnen auch sagen, warum.


Diese Telekom ist und war immer mein Leben. Ich habe mein Berufsleben hier begonnen und wollte es auch hier beenden. Ich habe gesehen, wie aus der Post die Telekom und aus Teilnehmern Kunden wurden, aber leider auch, wie aus unserer Firma, in der jeder für jeden da war, ein Unternehmen geschaffen wurde, in dem jeder nur noch an sich denkt (denken muß); wo jeder Unternehmensteil nur noch versucht, den eigenen Bereich sauberzuhalten und aus den anderen Teilen soviel wie möglich abzuschöpfen, auch wenn dort viel größere Lücken gerissen werden, als jemals wieder zu stopfen wären. Ich habe erlebt, wie aus uns Mitarbeitern Humankapital wurde und wie wir alle nur noch als Kostenfaktoren angesehen werden, von denen man sich – so schnell es nur geht – trennen muß und will.


Sie und ihre Vorgänger jedoch geben sich im Vorstand die Klinke in die Hand; sie kommen und gehen. Von Unternehmensbindung kann hier wohl kaum die Rede sein. Sie kommen, strukturieren um, und das mit einer Arroganz und Selbstherrlichkeit, ohne auf warnende Hinweise zu hören, daß sich so die Qualität und die Zuverlässigkeit nicht mehr halten lassen kann, geschweige denn besser wird. Es kümmert sich auch niemand von ihnen um die Folgen ihrer Entscheidungen. Sie ziehen mit vollgestopften Taschen weiter, um im nächsten Unternehmen das Gleiche zu tun, und sie hinterlassen skrupellos einen immer größer werdenden Scherbenhaufen.


Wenn wir, die wir immer gute, kompetente und hochmotivierte Arbeit geleistet haben, immer die Wünsche der Kunden zu erfüllen wußten und wir lange Zeit das mit Abstand beste Kommunikationsunternehmen waren und uns dann von ihnen sagen lassen sollen, daß wir zu schlecht, zu teuer, nicht motiviert, faul und unproduktiv seien, dann steigt ob dieser Unverschämtheit eine ungeahnte Wut in uns auf.


Doch als wenn es ihnen nicht reicht, uns so zu beleidigen, verbreiten sie das auch noch in aller Öffentlichkeit und fügen so unserem Ansehen und somit natürlich auch unserem Aktienkurs einen immensen Schaden zu. Sie beschmutzen rücksichtslos das eigene Nest, nur um kurzfristig ihre (oder wessen auch immer) Abbau- und Auslagerungspläne durchsetzen zu können und von den Fehlern ihrer Vorgänger abzulenken. Das ist eine Unglaublichkeit sondergleichen und ein Vertrauensbruch, der durch nichts zu entschuldigen und wiedergutzumachen ist.


Sie vermissen Respekt in diesem Brief? Wem gebührt denn Respekt? Uns Mitarbeitern, die wir uns unser Leben lang für die Telekom und unsere Kunden engagiert haben, die wir immer und immer wieder unser Privatleben den Interessen der Telekom und der Kunden untergeordnet haben und dies noch tun? Uns, die wir die Telekom zum besten, kompetentesten, kundenfreundlichsten und leistungsfähigsten Kommunikationsunternehmen gemacht haben?


Oder erwarten sie allen Ernstes Respekt dafür, was sie und ihre Vorgänger uns und unserer Telekom angetan haben?

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Sie und ihre Vorgänger haben uns im Laufe der letzten Jahre immer mehr Fesseln angelegt, sie haben uns funktionierender Werkzeuge beraubt und uns blind gemacht, indem sie uns Systeme aufgezwungen haben, die nicht die Arbeit erleichtern, sondern nur die Kontrolle verbessern, dafür aber massiv die Effektivität einschränken. Sie haben die interne und die externe Kommunikation zerstört, indem sie funktionierende Rufnummern und Hotlines rigoros abgeschaltet und durch nicht funktionierende Sammelnummern und unsinnige Überlaufkonzepte ersetzten, und sie haben so die interne und externe Erreichbarkeit gegen Null gefahren. Sie haben massiv Wissen, Kompetenz und Arbeitsplätze an Stellen vernichtet, wo das alles unverzichtbar war, indem sie durch Umstrukturierung hochqualifizierte Mitarbeiter in gänzlich neue und unbekannte Arbeitsbereiche oder nach Vivento (Auffanggesellschaft – d. Red.) versetzt haben oder sie zum Vorruhestand, zur Altersteilzeit oder einer Abfindung »überredet« haben.


Ihre Vorvorgänger haben (natürlich wieder entgegen aller Warnungen der Fachleute) durch die Schließung Hunderter T-Punkte und den Abbau Tausender qualifizierter Mitarbeiter diese kompetenten Schnittstellen zum Kunden vernichtet und unsere Kunden so in Scharen in die Arme unserer Konkurrenz getrieben, und jetzt rühmen sie sich mit der Schaffung neuer T-Punkte und der Einstellung von ein paar hundert neuen Kräften, jetzt, wo das Kind längst in den Brunnen gefallen ist, wo wir viele Kunden längst verloren haben. Halten Sie uns wirklich für so dumm, daß wir ihnen dafür Anerkennung zollen?


Es wurde weiter (mit der gewohnten Überheblichkeit und wieder gegen alle Warnungen) an der Serviceannahme – der zweiten direkten Schnittstelle zum Kunden – Personal in Größenordnungen abgebaut, sodaß die Abfragewerte auf die schlechtesten Werte sanken, die jemals zu verzeichnen waren. Die billige Lösung war, unmotivierte und unwissende externe Kräfte mit keinerlei Firmenbindung (!) an Stelle der vorher gründlich »entfernten« Kollegen zu setzen und sich dann über das immer größer werdende Chaos und immer unzufriedenere Kunden zu wundern.


Nun wollen sie mit dem Service auch noch die dritte direkte Schnittstelle zu unseren noch verbliebenen Kunden kastrieren, auch hier wieder massiv Personal reduzieren und den Rest mit weniger Gehalt und längeren Arbeitszeiten zu besserem Service motivieren.


Wo das hinführt, liegt wieder einmal auf der Hand, doch da in ihrer Etage Entscheidungen grundsätzlich nie zurückgenommen werden, selbst wenn man weiß, daß man einen großen Fehler begeht, werden der Service und die Leistungsfähigkeit ein weiteres Mal mit dem schon schrottreifen Wagen gegen die Wand gefahren. Auf die Einzelteile, die sie dann hinterlassen, warten schon die Geier, die den dann noch verbliebenen Mitarbeitern den Todesstoß versetzen! Aber das erleben sie sicherlich nicht mehr hautnah, da sie dann schon auf dem Weg zur nächsten Firma sind ...


Sie ziehen immer wieder gerne das »marktübliche Lohnniveau« als Vergleichsgröße heran und vergleichen uns mit meist ungelernten Hilfskräften, mit Dilettanten, die weder diesen Beruf gelernt haben noch irgendeinen Bezug zur Telekom oder zu unseren Kunden haben. Mit viel Glück sind das ehemalige Elektriker, uns sind aber auch schon Rollrasenverleger (keine Lüge) und ähnliche »Spezialisten« im HVt (Hauptverteiler – d. Red.) begegnet.


Das ist, als wenn sie einen Mercedes besitzen möchten, bezüglich des Preises aber einen Trabbi als Vergleich heranziehen und diesen auch nur bezahlen wollen.


Wir würden lieber heute als morgen die Telekom wieder an die Spitze bringen! Wir wissen auch, wie es geht und was verändert werden muß! Wir sind für Veränderungen, die den Service und die Kundenfreundlichkeit verbessern! Wir wissen, was die Kunden wollen und wie wir es ihnen bieten können! Wenn sie es ernst meinen mit der Forderung, wieder das beste Kommunikationsunternehmen zu sein, reden sie mit uns! Ideen haben wir genug, Motivation auch! Wir kennen die Kunden und die Firma und wir wissen, wo es knackt im Gebälk! Wir wissen auch, wo viel zuviel Geld verschwendet wird, wo Personal falsch eingesetzt wird und Wissen sinnlos verpufft oder Prozesse angepaßt werden müßten! Nehmen sie uns mit auf dem Weg zu einer besseren Telekom! Nutzen sie unsere Ideen, unser Engagement, unsere Bereitschaft für Veränderungen und unsere Flexibilität!


So lange ihre Zielvorgaben für Führungskräfte auf Personalabbauzahlen, Entstörindex und schnelle Abfragewerte aufsetzen und nicht auf Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, Generierung neuer Geschäftsfelder (z.B. TK goes IT) und damit auf Steigerung der Einnahmen und Sicherung der Arbeitsplätze, so lange wird es keinen wirklichen Fortschritt bei uns geben und keine Chance, am Markt zu bestehen.


Ich bin mir jedoch (leider) ziemlich sicher, daß das gar nicht ihr Ziel ist, daß alle ihre schönen Sprüche nur Worthülsen sind, um die Ausgliederung vorantreiben zu können und daß sie für sinnvolle Vorschläge gar nicht offen sind, da sie die nächsten und übernächsten Schritte schon in der Schublade haben und auch, daß sie niemals einmal getroffene Entscheidungen überdenken oder gar rückgängig machen wollen oder können.


Sie hören lieber auf externe Berater wie z.B. McKinsey, die nicht das geringste Interesse an der Telekom haben und jeder Firma den gleichen Mix aus Zerteilung und Personalabbau überstülpen und immer wieder frustrierte und arbeitslose Mitarbeiter hinterlassen. Wenn das also so ist, dann haben sie wenigstens den Mut, mit offenen Karten zu spielen. Verkaufen sie uns nicht weiter für dumm und stehen wenigstens, so lange sie noch unsere Firma leiten, in der Öffentlichkeit hinter uns Beschäftigten, und treten sie bitte nicht auch noch mit Füßen nach uns.


Als Vorstand und Führungsmannschaft dieses Unternehmens haben sie nicht nur eine Verantwortung gegenüber den Aktionären (der sie mit ihren angekündigten, kontraproduktiven Maßnahmen auch nicht nachkommen), sondern auch eine soziale Verantwortung uns Mitarbeitern gegenüber! Wir Mitarbeiter sind das Unternehmen! Wir haben den Zustand der Telekom nicht zu verantworten. Uns darf man nicht eiskalt in den beruflichen, sozia­len und finanziellen Abgrund treiben, das verbietet das soziale Gewissen! Ich befürchte aber, daß dieser Appell bei ihnen und erst recht bei McKinsey verhallt.


Wundern sie sich aber nicht, wenn sie, nachdem sie das immer schneller sinkende Schiff Telekom – wie ihre Vorgänger sicherlich mit einer großzügigen Abfindung für ihre hervorragenden Verdienste für die Telekom – verlassen haben, beim Blick in den Spiegel eine Heuschrecke sehen.


Ich könnte noch lange so weiterschreiben, da mir noch viel am Herzen liegt, doch ich möchte diesen Brief nicht mit bösen Worten beenden. Deshalb biete ich ihnen zum Schluß noch einmal meine/unsere Unterstützung bei der Bewältigung der vor uns liegenden Herausforderungen an. Nutzen sie unsere Kompetenz und unseren Überlebenswillen, um uns am Markt wieder zu etablieren, wir haben daran ein weitaus größeres Interesse als sie, da auf uns keine neuen Vorstands- oder Aufsichtsratsposten, sondern existenzbedrohende Niedriglöhne und/oder Arbeitslosigkeit warten.


Lutz P.

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Nachtrag:

Am Mittwoch antwortete der Telekom-Chef per Mail an alle Konzern-Mitarbeiter:

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Liebe Kolleginnen und Kollegen, über die neue Strategie und die daraus abgeleiteten Maßnahmen wurde in den vergangenen Wochen sehr intensiv diskutiert. Nicht zuletzt macht sich das bemerkbar in den zahlreichen kritischen Mails, die meine Vorstandskollegen und ich erhalten haben. Im Moment wird sehr heftig über einen Brief diskutiert, der von einem T-Com-Mitarbeiter aus Berlin verfaßt und öffentlich gemacht wurde. Vielfach geht es in diesen Äußerungen nicht nur um Sachargumente oder um Fakten, sondern darum, der Verärgerung über die geplanten Veränderungen Luft zu machen. Mir ist es wichtig, daß Sie meine Sicht der Dinge kennen.

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Eines vorweg: Kritik ist stets willkommen und sei sie noch so kontrovers. Vor der Beleidigungsgrenze sollten wir aber halt machen. Diese Grenze wurde in den jüngsten Briefen mehrfach überschritten. Lassen Sie uns fair miteinander umgehen, auf einer sachlichen Ebene und vor allem intern diskutieren. Auch in den kommenden Wochen wird der Vorstand sich vor Ort der Diskussion mit Ihnen stellen.

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Zurück zu den angesprochenen Punkten: Ein Vorwurf lautet, der Vorstand habe keine Bindung zum Unternehmen. Dies weise ich entschieden zurück. Ich bin seit fast neun Jahren im Konzern und fühle mich dem Unternehmen, seinen Beschäftigten, Kunden und Aktionären sehr verbunden. Das gilt ebenso für meine Kollegen im Vorstand. Nur aus dieser Verbundenheit heraus wollen wir die absolut dringenden Reformen im Konzern machen und müssen akzeptieren, dafür öffentlich beschimpft zu werden.

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Uns geht es darum, daß der Konzern wieder erfolgreich ist. Wir müssen dem negativen Markttrend etwas entgegen setzen, wenn wir nicht eines Tages ohne Kunden dastehen wollen. Dazu muß nicht nur die Innovationsseite und die Servicequalität, sondern dringend auch die Kostensituation verbessert werden. Wenn es uns ums schnelle Geld ginge, gäbe es sicher andere, einfachere »Jobs«. Für meine Kollegen und mich ist es eine sehr, sehr wichtige Aufgabe, die uns völlig vereinnahmt.

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Für unseren Markterfolg arbeiten wir mit aller Kraft, wobei keiner behaupten wird, fehlerfrei zu sein. Wir tun dies nicht aus Eitelkeit oder Narzissmus, sondern um den Unternehmenswert – gerade im Interesse der Beschäftigten – zu steigern. Weil die Markt- und Preisentwicklung kritisch ist, müssen wir die Kosten senken. Daß wir das auch im Personalbereich schaffen, wird am Kapitalmarkt gelegentlich angezweifelt. Dort hören wir sehr häufig sogar die Forderung nach weitaus drastischeren Personal-Sparmaßnahmen. (...)

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Ein weiterer Vorwurf lautet, ich würde unseren Service schlecht reden. Wir können doch nicht die Augen davor verschließen, daß sich viele Kunden täglich über unsere Performance beschweren. Zumal die Fakten wie beispielsweise Erreichbarkeit, Termintreue, Problemlösung im Erstkontakt oder Wartezeit im T-Punkt einfach sind, wie sie sind: unbefriedigend. Wir sind bevorzugtes Gesprächsthema in den Kneipen der Republik – es ist seit geraumer Zeit in Mode, sich über uns lustig zu machen. Das macht mich sehr betroffen. (...)

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An dieser Stelle noch einmal: Wir wollen niemandem die Hälfte des Gehalts wegnehmen, wie oftmals in der Öffentlichkeit behauptet wird. Wir wollen durch eine Kombination verschiedener Schritte, unter anderem auch durch eine Arbeitszeiterhöhung, die Kosten pro Stunde senken. Die Kunden zahlen für unsere Kostendefizite nicht, und die Regulierung nimmt darauf auch keine Rücksicht, weder in Bonn noch in Brüssel.

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Ich bitte Sie, über meine Argumente nachzudenken und weiterhin den Dialog mit den Führungskräften und den Vorständen zu suchen. Aber diese Diskussion sollte intern geführt werden. Sie können sicher sein: Ich kämpfe für eine Telekom, die national wie international erfolgreich ist und ihre weitere Entwicklung selbst bestimmt.

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Ihr René Obermann

21 März 2007

Wieder Sozialrassismus im TV

Wie die Zeitschrift „Junge Welt“ am 19 März 07 berichtete, gab es mal wieder Hetze über Hartz-Empfänger. Nach Gottschalk war es diesmal im TV-Dritten. In der Sendung „3 nach 9“ im NDR vom Freitag (16.03.07 um 22.00 Uhr) wurde von den Talkfrauen (Redelsführerin) Petra Gerster und Gastgeberin Amelie Fried, wie berichtet, über Hartz-Empfänger gezetert, nachdem ein Mitglied der Talkrunde (Sprechrunde) für ein Bürgergeld plädierte…

Über diese Perspektive für die Empfänger von ALG-II waren diese entsetzt: „DIE sitzen doch eh nur den ganzen Tag auf der Couch rum! DIE misshandeln ihre Kinder und Frauen! Warum sollen DIE noch mehr Geld bekommen?! Zum versaufen!"

Das ist „gelebter“ Stammtisch-Sozialrassismus im deutschen TV!

Nicht auszudenken, wenn die beiden Damen so über Ausländer, oder gar Juden gesprochen hätten…

20 März 2007

Vier Jahre Irak Krieg!

Vor vier Jahren fielen die Amerikaner, wie wir heute wissen, ohne jeden berechtigten Grund über das Land Irak her und wollten es „demokratisieren“! Das heißt zum einen, um nach Saudi-Arabien an der zweitgrößten Ölquelle zu sitzen und diese zu kontrollieren und zum anderen, dem Land „seine“ Demokratie aufzuzwingen.


Schnell wurde aus den Befreiern dann Besatzer.


Über die Hälfte aller Iraker sehen pessimistisch in die Zukunft. Der Iraker, der vor vier Jahren die Saddam-Satue vom Platz stürzte sagte im ZDF: „Lieber Saddam als die Amerikaner – Es war ein Fehler!“ Kein Vertrauen in die USA, wenig in die eigene Führung und keine Alternativen in Sicht - viele Iraker haben die Hoffnung aufgegeben und erwarten auch in Zukunft keine wirkliche Verbesserung. Das ist Fazit einer Umfrage von ARD, ABC News, BBC und der Zeitung "USA Today".


Der Alltag der Iraker ist geprägt von der allgegenwärtigen Gewalt im Land - und die zivile Infrastruktur ist fast komplett zusammengebrochen und die meisten glauben nicht, dass sich das noch ändern wird.


Was wäre aber, wenn die Amerikaner nun einfach abziehen würden? Ich denke das dies auch ein Fehler wäre. Denn dann versinkt das Land im Bürgerkrieg und genau dann hätte Al-Quaida neue Anhänger, die in westlichen Staaten für Terror sorgen. Dank dieses völkerrechtswidrigen Krieges stecken wir im Dilemma…


Und Bush?


Präsident Bush sendet neue Truppen, die, wie kürzlich einer im TV sagte „Die Bad Guys erschießen muß…“! - Und Bush bittet um Geduld… Ich frage mich nur, wie lange die Geduld noch gehen soll?

19 März 2007

CO²

Wir reden über den Klimawandel, alle stimmen zu, dass etwas passieren müsste und würde (angeblich) sogar mehr Geld dafür ausgeben.

Wenn ich aber dann an einem Tag wie heute, an dem mein Jüngster mit dem Bus zu einer Theateraufführung fuhr und dann mit den anderen Kindern an der Bushaltestelle ankam, standen dort die meisten Eltern mit den Autos da. Selbst die, die nicht mal 500 Meter weit weg wohnten, holten lieber die Karre aus der Garage, als mal „zu Fuss“, was dem einen oder anderen auch mal gut täte, die Kinder abzuholen…

So unterscheidet sich das Tun und das Tun wollen auf unserer Welt!

CeBIT

Noch ein Wort aus den Anfängen – Ohne Anglizismen!

Das ist Unglaublich in unserer „verdenglischten“ Zeit:



CeBIT heißt:



Centrum der Büro- und Informationstechnik

Baby aus dem Hochhaus geworfen…

Wie verzweifelt muss man für eine solche Tat, wie diese am letzten Samstag sein? Was treibt einen Menschen zu diesem Tun? Warum erkennen wir die verzweifelten Signale nicht. Ist das wieder eine Folge der fehlenden Solidarität? Die Menschen dort in der Gegend von Hamburg-Osdorf sind meist mit eigenen Problemen beschäftigt. „Wir vermuten eine Verzweiflungstat“ meine die Polizeisprecherin Trotzdem will ich es einfach nicht verstehen, dass ein kleines Leben so herzlos ausgelöscht wurde.

15 März 2007

Unternehmensteuerreform – Wer hat die Vorteile?

Die nächste Reform, die Ausfälle für die Regierung bedeuten und die Arbeitnehmer wieder zahlen müssen.

Ich denke wir hätten, wie Profalla es ins Land posaunt hat, einen Bilderbuchaufschwung? Nun es sieht ein wenig besser aus, als noch vor einem Jahr, aber wer musste das bezahlen? Warum müssen wir nun den Unternehmen nochmals eine erhebliche Entlastung hinterherwerfen? Wäre es nicht besser gewesen, wenn überhaupt, diese Unternehmensentlastung dann anzubieten, wenn die guten Daten mal wieder stocken!?

Wie viele Kröten müssen wir noch schlucken, bis es reicht?

11 März 2007

Dank Angela und „Busenfreund Bush“ haben wir nun den Terror…?

Jetzt tritt genau die Phase ein, wovor uns Oskar Lafontaine (Linke) immer warnte. Wir treten, dank den Kriegseinsätzen die von unserer Regierung inszeniert und genehmigt wurden, immer mehr ins Fadenkreuz des Terrors!

Der am Samstag im Internet veröffentlichte Film, der sich gegen Deutschland und Österreich wandte, enthält neben einem arabischen Text, der von einem vermummten Sprecher in einem modern gestalteten Nachrichtenstudio verlesen wird, Untertitel, in denen die Position der Gruppe in fehlerfreiem Deutsch präsentiert wird. Zudem beziehen sich die Urheber auf die deutsche Debatte über den Afghanistaneinsatz, etwa indem sie das Titelblatt der "Bild"-Zeitung mit den Fotos von deutschen Soldaten mit Totenschädeln zeigen.

Optisch folgt das Video den Präsentationsformen moderner Nachrichtensendungen, wenn es am Anfang heißt: "Stimme des Kalifat Kanal präsentiert". Der Sprecher sitzt an einem modernen Tisch und wird durch Schnitte aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt. Er beginnt seinen Text mit der traditionellen muslimischen Formel "Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen". Anschließend kündigt er "eine Nachricht an die Regierungen von Deutschland und Österreich" an.

Während im gesprochenen Text Deutschland und Österreich mit Anschlägen gedroht wird, wenn sie ihre Truppen nicht abziehen, sind die Untertitel im Ton weniger aggressiv. "Der weise Mensch zerstört seine Sicherheit nicht durch seine eigenen Hände", heißt es. "Wir fragen uns: Was hat Deutschland für einen Nutzen davon, dass es 2750 Soldaten als Unterstützung für die Nato-Truppen schickt, um die Lügen von Bush und seiner Bande zu verteidigen? Und welche Nutzen hat Deutschland davon, dass die Regierung eine grenzenlose Unterstützung für Bush und seine Bande versprach." Dies spielt offenbar auf die "uneingeschränkte Solidarität" an, die der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zusagte.

Der Bundesregierung wird in den Untertiteln vorgeworfen, sie habe ihr Volk angelogen, "als sie sagte, dass die Teilnahme der Deutschen bei den Nato-Truppen für den Wiederaufbau gedacht ist! Ihre größte Lüge war die Behauptung, dass sie ihre Soldaten nach Afghanistan schicken würden, um terroristische Angriffe in Deutschland zu vermeiden!" An einer Stelle ist sogar eine Art Ironie erkennbar: Unter dem Bericht über die umstrittenen Totenschädelfotos heißt es: "Die deutschen Medien berichteten über die Art und Weise, wie die deutschen Soldaten für Sicherheit sorgen."

Das Video wurde auf einer von Extremisten benutzten Internetseite veröffentlicht (also sollte durchaus sehr ernst genommen werden), auf dem auch das Video der Entführer von zwei Deutschen im Irak verbreitet wurde, die mit der Tötung der Geiseln drohen, wenn die Bundeswehr nicht aus Afghanistan abzieht.

Gehrke: Hessische Abgeordnete der GRÜNEN stimmen geschlossen für Tornado-Einsatz in Afghanistan

Zum Abstimmungsverhalten der hessischen Bundestagsabgeordneten der GRÜNEN
zum Einsatz der Bundeswehr-Tornados in Afghanistan erklärt der hessische
Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE., Wolfgang Gehrcke:

Mit ihrer geschlossenen Zustimmung zum Einsatz von Bundeswehr-Tornados in
Afghanistan sind die hessischen GRÜNEN von einer Friedens- zu einer
Kriegspartei geworden. Wer sich noch der Hoffnung hingegeben hat, die
hessischen GRÜNEN könnten zu ihrer früheren Friedenspolitik zurückfinden,
nachdem nun der Druck weggefallen ist, die rot-grüne Koalition um jeden
Preis zu erhalten, sieht sich getäuscht.

Es erstaunt mich nicht, dass alle fünf grünen Bundestagsabgeordneten aus
Hes-sen dem Tornado-Einsatz zugestimmt haben, während immerhin knapp die
Hälfte der Abgeordneten der Gesamtfraktion der GRÜNEN ihre Zustimmung
verweigerte. Ich habe es den hessischen GRÜNEN immer zugetraut, bei allen
Militäreinsätzen ,Hurra' zu rufen. Beim Tornado-Einsatz war ich allerdings
unsicher: Auch die hessischen GRÜNEN mussten sich zwischen der Autorität
ihrer Parteivorsitzenden Claudia Roth und der ihrer Fraktionsführung, Renate
Künast und Fritz Kuhn, ent-scheiden. Die Fraktionsdisziplin hat gesiegt.

Da lobe ich mir die drei von 16 hessischen Abgeordneten der SPD, die gegen
den Einsatz gestimmt haben. Selbst einer der fünf hessischen
FDP-Abgeordneten hat diesen Kriegseinsatz abgelehnt.

Die hessischen GRÜNEN müssen nun gegenüber der Friedensbewegung und ihren
eigenen Mitgliedern rechtfertigen, weshalb sie diesem Einsatz zugestimmt
haben, durch den Deutschland endgültig zur Kriegspartei in Afghanistan
geworden ist.

Ich selbst werde sie im bevorstehenden Landtagswahlkampf in Hessen darüber
befragen. Bei Friedensdemonstrationen wird dies aber wohl leider nicht
möglich sein, denn bei solchen Anlässen habe ich schon lange keine namhaften
GRÜNEN aus Hessen mehr gesehen.

Wahlkreisbüro
Wolfgang Gehrcke
Mitglied des Deutschen Bundestages

Wahlkreismitarbeiter: Dr. Achim Kessler
Große Seestraße 29, 60486 Frankfurt am Main
Tel.: (069) 71 67 97 03
Fax: (069) 71 67 97 05
Mail: wolfgang.gehrcke@wk.bundestag.de

Was haben wir nur für eine Demokratie in unserem Land?

83% der Bundesbürger sind gegen die Rente mit 67 – Am letzten Freitag wurde sie beschlossen, trotz Proteste aus der Opposition, den Gewerkschaften und Bürgern. Sogar auf der Besucherterrasse machten einige ihrem Protest Luft!

Weiter geht’s mit dem „Abnicken der Bundeswehr-Einsätze“. Obwohl hier 77% der Bürger gegen den Tornado-Einsatz sind wurde dieser unter Protest der Linken, abgenickt! Selbst die Grünen, die ja ehemals eine „Friedenspartei“ war, hat dem Tornadoeinsatz mit zugestimmt. Aus Grün ist doch Olivgrün geworden… Wie schon einmal berichtet!

Dabei ist der Tornado-Einsatz so unnötig wie ein Kropf. Wie man aus US-Kreisen hört, verfügen die USA längst über gleiche Technik und nutzen diese „Das ist eine Feigenblatt-Aktion der Deutschen“ – So wurde gesagt, „Um eben auch im Süden Afghanistans mitzumischen!“.

Es erhöht jedoch die Terrorgefahr in unserem Land. Gerade heute gab es die erste, noch unbestätigte Meldung.

Vielen Dank Angela. Was ist das für eine Demokratie in unserem Land???

Aber das hatte ja Frau Merkel, unsere derzeitige Klima und EU-Expertin, schon einmal gesagt „Deutschland hat kein Recht auf Demokratie!“ Dazu hab ich das im Netz aus 2005 gefunden:



Was Frau Angela Merkel doch so alles von sich gibt:

Lieber Helmut Kohl, ich danke Ihnen für den eindrucksvollen Blick auf das Erbe unserer Partei. Wir alle haben gespürt: Hier spricht jemand, der ein wesentliches Stück der Geschichte unserer Partei und unseres Landes verkörpert. Hier spricht jemand, der mehr als jeder andere unsere Partei mit geprägt hat. Lieber Helmut Kohl, ich danke Ihnen dafür. Wir sind froh, dass Sie zu uns gehören.
(...)
60 Jahre CDU - das sind 60 Jahre Zukunft.
(...)
Das Grundgesetz, die Soziale Marktwirtschaft, die duale Berufsausbildung oder die deutsche Universitätsidee - das sind auch Inspirationen für andere Länder gewesen.
(...)
Politik ohne Angst. Politik mit Mut - das ist heute erneut gefragt. Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit.

(Quelle:
http://www.angela-merkel.de/termine/57_477.htm

Erst FDJ-Sekretärin, '89 schnell beim Demokratischen Aufbruch aufgesprungen, gleich darauf bei der CDU eingetreten und schließlich Vize-Vorsitzende, Generalsekretärin und Vorsitzende der CDU Deutschlands. In höchsten Parteiämtern angekommen soll ausgerechnet sie es gewesen sein, die anscheinend - oder doch eher nur scheinbar? - von all den Schwarzgeldschiebereien nichts gewußt haben will!?
Jeder wußte es, nur Merkel stand da mit ihrer blütenschwarzen Weste, und wenn sie heute den überaus vergeßlichen Helmut "Black-out" Kohl in lobenden Tönen erwähnt, so scheint sie ihm eigentlich nie von der Seite gewichen zu sein. Der Kabarettist Volker Pispers sagte süffisant, dies sähe der Berufsverband der Schwerverbrecher ähnlich, als Merkel auch noch die Ansicht vertrat, daß es umso schwieriger wäre, sich an Parteispenden-Gesetze zu halten, je härter sie gefaßt seien.
Daß sie schließlich noch selbstherrlich in Bushs Arme flog und ihm erklärte, daß nicht alle Deutsche so denken, nachdem Schröder eine Teilnahme am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak abgelehnt hatte, setzte der Sache beinahe die Krone auf. Gerne hätte ich es gesehen, wenn man sie für dieses Verhalten angeklagt hätte: wegen Verstoßes gegen Artikel 26, Abs. 1 des Grundgesetzes. (Art. 26 "Verbot der Vorbereitung eines Angriffskrieges", (1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.)

Oben schrieb ich: "setzte der Sache beinahe die Krone auf". Denn die Krone setzt sie sich nun als unsere neue Führerin auf, denn wir hätten "keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit". Wirklich nicht? Das Grundgesetz sieht das ein bißchen anders: Artikel 20 "Grundlagen staatlicher Ordnung, Widerstandsrecht", (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
Nach Kohl & Co. haben Schröder & Co. weiterhin eifrig das Soziale abgesägt; Merkel möchte das nun offenbar bei unserem Anspruch auf Demokratie tun.

Es heißt, daß viele Erwachsene, die in ihrer Kindheit geschlagen wurden, später ihre eigenen Kinder schlagen. Und wenn ich bedenke, daß Angela Merkel ihre Kindheit in einer Diktatur verbrachte...

Marco

PS: Auch aus Merkels Rede:

Und wieder gegen erbitterten Widerstand hat Helmut Kohl am Nato-Doppelbeschluss und an der Nachrüstung festgehalten. Heute wissen wir: Die Wiedervereinigung unseres Landes wäre ohne diese Konsequenz im Denken und Handeln nicht denkbar gewesen.

Das klingt beinahe wie Geißlers unsäglicher Satz, daß erst der Pazifismus der dreißiger Jahre Auschwitz möglich gemacht habe. Auch Merkel ignoriert die demonstrierenden Pazifisten und zeigt damit deutlich, was sie von Menschen hält, die ihr Recht auf Protest wahrnehmen.


Quelle dieses Textes: http://www.wer-weiss-was.de/theme183/article2989578.html

Ich würde mich über „französische Verhältnisse“ hier einmal freuen. Natürlich müssen nicht gleich Mülltonnen oder Autos brennen! Der Protest muß jedoch vom Volke kommen und das System einmal lahm legen, auch wenn das den Verfassungsschutz auf den Plan ruft. Denn wer gegen die Regierung protestiert, wird vom Staatsschutz schon mal überprüft. Man lese nur mal den letzten Verfassungsschutzbericht 2005 (PDF).


Seite 158 – 4. Absatz – Auf dem Katja Kipping (Linkspartei) zum „Protest auf der Strasse“ aufrief und deswegen vom Verfassungsschutz überwacht wird. Also Protest oder gar Kritik am kapitalistischen System ist in diesem Land nicht erlaubt!

Deswegen frag ich mich nochmals – WAS FÜR EINE DEMOKRATIE HABEN WIR HIER?